Gedenkhaus von Miklós Káplár

Ich war mit Pista Ecsedi, dem vorzüglichen Ethnographen im Museum Déri, wo wir uns an die alten Kunstgegenstände ergötzt. Ich beschaute die Mittel der Hirten der Ungarischen Tiefebene: geschnitzte Instrumente, Klopfpeitschen, Mittel aus Knochen und Holz. Über die Vitrinen waren Bilder über Hirten aufgehängt. Ich starrte die harten Köpfe an, und fragte danach, wer diese Bilder malte. Ein Hirt aus der Hortobágy – sagte Ecsedi. Ein ehemaliger Pferdehirtenknecht, der wegen des Frostes an Händen und Füßen das Gestüt verlassen musste und der wieder in der Pußta lebt, wo er die Figuren der Hortobágy im Bilde festhält. Ich betrachtete die Bilder lange, und dann erholten wir uns im Büro von Ecsedi. Da trat ins Büro ein starker, robuster, einfacher Ungarn. Ecsedi rief plötzlich: Das ist Miklós Káplár, der die Bilder malte. Sofort umarmten wir uns, und wir blieben von diesem Moment an in einer ewigen Freundschaft – erinnert sich Zsigmond Móricz (berühmter ungarischer Schriftsteller) an das erste Begegnen mit Káplár.
Miklós Káplár ist ein Nachkommer der Kleinbauer, und Hirten von Hajdúböszörmény, der in die Welt von Hortobágy mit dem weiten Horizont hineingeboren wurde. 1886 war diese Welt noch sehr traditionell. Das Kind, das früh Waise geworden ist, konnte nichts anderes machen, als dem Beispiel seines Bruders folgen: mit 13 verdingte sich auf die Pußta als Pferdehirt und später Viehhirtenknecht. So erlebte er selbst den Last und das Elend dieser Lebensform. Diese Lebensform vertrug er nur 4 Jahre lang, er bekam Rheuma und wurde krank. Im Alter von 23 Jahren wurde es sich klar, dass er ein gehaltreiches Leben, einen anderen Schicksal haben möchte. Nach den Hirtenleben in Hortobágy lief er in den Straßen von Pest (als Metzgerlehrling) und ging er einmal in das Kunsthistorische Museum, hielt er sich vor einem Gemälde von Piombo an, er fühlte, dass er malen soll. Von diesem Moment an hatte er keine Ruhe. Er kaufte Pinsel und Farben, und begann zu malen, aber mit wenig Erfolg. Er kam darauf, dass es zu wenig ist. Er suchte nach Meister, die ihm das Malen beibringen könnten. Er zeigte seine Gemälde, Bilder anerkannten Künstlern, die sein Talent erkannten und die ihm protegierten. Er meldete sich an die Künstlerische Hochschule an. Vier Jahre lang zeichnete und malte er am Tag an der Hochschule, in der Nacht arbeitete er als Kellner oder Lagerarbeiter. Zwischen 1916-1920 studierte er an der Künstlerakademie, und mit 34 wusste er schon, was er tun soll, er kehrte in Hajdúböszörmény und in Hortobágy zurück.
Mit der Fleiß und Wille der „späten” Künstler suchte er nach Mezäne, indem er mit alltäglichen Problemen kämpfte, er verkaufte sich unter Wert, mit seinen Gemälden bezahlte er für das Abendessen und für die Unterkunft. Sein Selbstgefühl und Berufsbewußtsein formte ihn selbst. Dieses Bewußtsein gab ihm eine innere Haltung und stärkte ihn. Er konnte die Motive, die für die Heimat charakteristisch sind, intuitiv auswählen.
Die Ausstellung in Böszörmény in 1921 brachte ihm den Erfolg nicht, er fühlte sich zu Hause, in Hajdúböszörmény nicht wohl. Er kehrte nach Pest zurück und dann hielt er sich bei József Rippl-Rónai in Kaposvár auf, mit dem er an mehreren gemeinsamen Ausstellungen teilnahm (z.B: in Januar 1925 in Hajdúböszörmény). In Hajdúnánás (1925) stellte er sich mit Ferenc Medgyessy und Zoltán Maghy vor. Er hatte 1928 die erste Ausstellung in der Hauptstadt in „Nemzeti Szalon”. Noch in demselben Jahr zog er sich mit Zoltán Maghy auf die Hortobágy, wo er für die Bitte des Museums Déri Zeichnungen und Illustrationen über die Verzierung der Stöcke, Pfeifen machte, und wo er ethnographische Sammlungen führte.
1931 brachte er auf die Ausstellung von „Nemzeti Szalon” 76 Gemälde über die Hortobágy mit, so äußerte er seine Meinung über die richtige ungarische Kunst. Nach der Ausstellung wurde er nach Szentendre eingeladen, aber er kehrte auf die Hortobágy zurück. Von den Gemälden über die Hortobágy wurde eine Wanderausstellung gemacht: 1933 in Hajdúböszörmény und in Hajdúnánás, 1934 in Hajdúdorog und in Budapest. In Budapest kaufte der Staat (Ministerium für Landwirtschaft und Kunsthistorisches Museum) 3 Gemälde über die Hortobágy.
In den letzten Jahren seines Lebens lebt er im Elend. „Das Elend, wie ich zwei Jahre gelebt habe, war unausstehlich, es ist ein Wunder, dass ich so viel arbeiten konnte. Man musste ohne einen Pfennig wochenlang leben, und keine Hoffnung… Man versucht die Bilder jeden Tag verkaufen, aber es gelingt einem monatelang nicht….” – schreibt er 1934, vor einem Jahr seines Todes.
Er starb unerwartet. Sein Grabstein haute aus Stein sein Freund, Ferenc Medgyessy, der Bildhauerkünstler aus.

Gedenkhaus von Miklós Káplár
Adresse: H-4220 Hajdúböszörmény, Hortobágy u. 10

Telefon: 06/52 229-038