Historische Gedenkstätte

Aus dem Standpunkt der Geschichte und Entwicklung der Nation, für den Zweck der Bewahrung hervorragender Stätten der Geschichte und des Gedenkens, auf Grund der 4. und 5. Absätze der 61/E. § des Gesetztes Nr. LXIV. von 2001 über die Bewahrung der Kulturerbe regte der Minister für Kultur an, den Vorschlag der Kommission, im Einverständnis mit dem Minister für die Aufsicht der Kommission, bei der Regierung das Stellen des Gesetzantrags zum Parlament, um das Zentralhaus des Heiduckenbezirks für eine historische Gedenkstätte zu erklären, als die aus der Standpunkt der Geschichte und Entwicklung der Nation hervorragende Stätte.

 

Die Liste der historischen Gedenkstätten auf Grund des Anhangs Nr. 1  der Regierungsverordnung Nr. 303 vom 23. Dezember 2011

 

Hajdúböszörmény, das Zentralhaus des Heiduckenbezirks

 

Das Zentralhaus des Heiduckenbezirks symbolisiert die ehemalige Selbstständigkeit der Heiduckenstädte. Die Lage der aus Viehtreiber gewordenen Soldaten brachte die Privilegien-Urkunde von Korpona in 1605 zurecht, nach dieser Urkunde verlieh István Bocskai den beinahe zehntausend Heiducken Privilegien. Die Selbstständigkeit des Heiduckenbezirks wurde 1867 infolge des Umbaus des Verwaltungswesens abgeschafft.

Das ehemalige Zentralhaus ist das älteste öffentliche weltliche Gebäude im Komitat Hajdú-Bihar. Das Gebäude und die Geschichte der Heiduckenstädte verknüpften sich eng miteinander. Das Gebäude wurde ein Symbol des Kampfes für den Schutz der Privilegien und für die Selbstständigkeit der Siedlungen, die über ein sog. „kollektives Privilegium“ verfügten.

Die Heiduckenstädte waren ursprünglich Siedlungen der militärischen und bürgerlichen Bevölkerung in dem Mittelalter und in der früheren Neuzeit in Ungarn. Die Siedlungsstrukturen spiegelten den Soldatenberuf der Bevölkerung, und diese ähnelten den Burgen-und Festungsstrukturen, da in den Mittelpunkt die Verteidigungsfunktion gestellt wurde. Die Herkunft der Heiducken reicht in den Anfang des 15. Jahrhunderts zurück. Der aus Viehtreiber gewordenen „Soldatenschicht“ schlossen sich infolge der türkischen Eroberung im 16. Jahrhundert auch Adelige, die ihre Felder verloren, und auch Leibeigenen, die Hirtenleben führten an. Bei den Festungskriegen in der Zeit der türkischen Kriegen wurde der Soldatenberuf bestimmend, das Wort Heiduck (hajdú) bedeutete schon die ungarische Infanterie-Söldner, die in den Krieg zogen.

Die Lage der Heiducken brachte die von István Bocskai verliehene Privilegien-Urkunde im Dezember 1605 zurecht. Bocskai verlieh zehntausend Heiducken Privilegien, er siedelte sie im Komitat Szabolcs an, und verlieh ihnen ein „ kollektives Adelsprivilegium“. Den Heiducken, die in den Siedlungen von Kálló, Nánás, Dorog, Varjas, Hadház, Sima, Vid, und später auch von Kölesér és Szoboszló angesiedelt wurden, stand das Recht der sog. „Heiducken-Freiheit“ zu. Das heißt, dass alle Heiducken einen Adeligen ausmachten, aber sie waren persönlich nicht geadelt. Die Städte gehörten schon am Anfang des 17. Jahrhunderts der oberungarischen General-Kapitänschaft, so bot sich eine Möglichkeit, die Autonomie auszubauen und zu bewahren, aber es gab noch keine solche selbstständige Verwaltungsorganisation, die die Angelegenheiten der Siedlungen verwalten konnte. Ein Teil der von Bocskai angesiedelten Heiduckenstädte wurde im Laufe der türkischen Kriege im 17. Jahrhundert verwüstet, aber bald wurden sie neugebaut.

Für die ursprünglich sieben Heiduckenstädte (Böszörmény, Dorog, Hadház, Nánás, Szoboszló, Vámospércs, Polgár), und nach dem Abfall von Polgár nur sechs Heiduckenstädte (oppida haidonicalia) erwies sich es als Lebensnotwendigkeit, dass sie die Bewahrung ihrer Freiheit und Privilegien dem Herrscher und der Komitat gegenüber auch organisatorisch effektiver vertreten können. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts geschah eine Annäherung an der Komitat Szabolcs, aber der Komitat sagte seinen Gebietsansprüchen auch später nicht ab. Der Ausbau des Verwaltungswesens auf mittlerer Ebene kann ab dem Ende des 17. Jahrhundert datiert werden. Man strebte sich danach, die Selbstständigkeit einerseits der Kammer anderseits der Komitat Szabolcs gegenüber zu bewahren. Die Benennung Heiduckenbezirk (Districtus Haidonicalis) wurde am Ende des 18. Jahrhunderts bzw. am Anfang der des 19.Jahrhunderts gemein. Der Heiduckenbezirk nahm an den Reichstagen im Freiheitskrieg von Rákóczi teil, und er hatte ein Ziel, in die Ständestruktur einzugliedern. Eines dieser Mittel war die Erringung des Teilnahmerechts auf dem Reichstag. Laut dem Reform von Joseph II. wurde der Heiduckenbezirk zum Komitat Szabolcs angeschlossen, aber er konnte sich auf dem Reichstag in 1790/91 von zwei Gesandten (Jablonczay Petes János és Nánási Oláh Mihály) vertreten lassen. Das Gesetz Nr. XXV. und XXIX. von 1790/91 sicherte die Selbstständigkeit des Bezirks – als privilegierter Bezirk –, und die Möglichkeit, Gesandten in das Unterhaus zu schicken. Der Ausbau der inneren Organisation des Heiduckenbezirks setzte sich fort. Das Zentralhaus des Heiduckenbezirks in Hajdúböszörmény ist das Symbol des Ausbaus der Selbstständigkeit des Verwaltungswesens und der Geschichte der Autonomie. Die Kreisversammlungen wurden ursprünglich in den einzelnen Städten abwechselnd gehalten, die Orte trafen sich oft mit dem Wohnort der führenden Amtsinhaber zusammen. Eine Verordnung bestimmte schon in 1699 Böszörmény als Versammlungsort, was aber erst von der Mitte des 18. Jahrhundert zur Geltung gebracht wurde. In dieser Zeit wurden der Kerker und der Flachbau des Zentralhauses gebaut. Das erste Zentralhaus und der Kerker wurden von 1762 an von dem Baumeister János Genovai aus Debrecen gebaut, das Gebäude erwies sich aber bald für die Ämter, wegen der zu vermehrenden Amtstätigkeiten, zu klein zu sein. Der königliche Beauftragte, Mihály Sztáray betrieb von den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts an die Erweiterung, aber infolge der Verwaltungsreformen des „Königs mit Hut“ – die für die Heiduckenstädte die Abschaffung der Selbstständigkeit bedeuteten – hatten die weiteren Bauerweiterungspläne keinen Sinn mehr. In 1790/91, mit dem Vertretungsrecht im Reichstag, bot sich wieder zur Erweiterung eine Möglichkeit, der Heiduckenbezirk verordnete im September 1792 die Bauarbeiten zu beginnen. Die Erweiterungsarbeiten wurden am Anfang des 19. Jahrhunderts von den zwei berühmten Debrecener Baumeister József Rachbauer und András Jarabin verrichtet. Das neue Zentralhaus wurde am 2-ten August 1808 übergeben. Das erneuerte Gebäude wurde bald das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens des Heiduckenbezirks. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts diente das Gebäude nicht nur als ein Verwaltungszentrum, sondern auch als ein Schauplatz von Bällen, wohltätigen Veranstaltungen und Theatervorstellungen. Die Bach-Ära schaffte die Selbstständigkeit des Heiduckenbezirks ab, aber nach dem Untergang der Bach-Ära in 1859 gab es die Möglichkeit, die früheren Privilegien zurückzuhaben. Nach dem Ausgleich von 1867 wurde entschlossen, das Gebäude des Zentralhauses zu erweitern. Gábor Sillye, der letzte Heiduckenkapitän fürchtete sich davor, dass die Selbstständigkeit des Bezirks infolge des geplanten Umbaus des Verwaltungswesens abgeschafft werden kann. Der neulich erbaute Flügel hätte die Lebensfähigkeit des Heiduckenbezirks bewiesen können. Die Selbstständigkeit des Bezirks wurde durch den Umbau des Verwaltungswesens in 1876 abgeschafft. Der Sitz des neulich umgebauten Komitats wurde Debrecen, deshalb brauchte man eine neue Funktion für das Gebäude zu finden. Das ehemalige Zentralhaus des Heiduckenbezirks gab eine Stelle mehreren Instituten, unter diesen befinden sich bis heute das in 1929 gegründete Museum Hajdúsági und das Stadtgericht.

 

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