Péter H. Fekete, der Museumsgründer

Péter H. Fekete

(1880-1966)

 

Péter H. Fekete wurde am 26. Dezember 1880 in Hajdúszoboszló geboren. Er hält sich für den Nachfolger des ehemaligen Heiduckenkapitäns aus Szoboszló, von Péter Halasi Fekete. Deshalb benutzte er im ganzen Leben in seinem Namen das Buchstabe H. (aus dem Namen „Halasi“) konsequent.

Er besuchte seine Schulen in Hajdúszoboszló, Debrecen und Budapest. Er absolvierte am Pädagogium in Ofen als Schullehrer und 1907 begann er in der Bürgerlichen Knabenschule in Großwardein zu unterrichten. Er kam 1912 zu der Bürgerlichen Mädchenschule in Salonta als Direktor. 1922 verließ er Salonta, und er arbeitete zwei Jahre lang in der Gewerblichen Bürgerlichen Knabenschule als stellvertretender Direktor in Gyula.

1924 entschloss er sich, Gyula zu verlassen, und er zog in Hajdúböszörmény. Péter H. Fekete war bis 1943, seiner Pensionierung der Direktor der Reformierten Bürgerliche Mädchenschule in Hajdúböszörmény.

Er hielt die Erziehung der Jugend nicht nur im wissenschaftlichen Sinne für wichtig. Von 1924 war er das örtliche Ausschussmitglied des Ungarischen Roten Kreuz-Vereins, und jahrelang arbeitete er als der örtliche Kommissionär bzw. Lehrer des Jugendvereins des Ungarischen Roten Kreuzes. Aus dem von Péter H. Fekete editierten Nachrichtenblatt der Mädchenschule stellt es sich heraus, dass er die Arbeit der verschiedenen Jugend- und Selbstbildungsvereine in der Schule förderte, um die Schüler ihre Freizeit nützlich verbringen zu können. Er legte einen großen Wert auf den Sport und seine Schüler erreichten unter seiner Schulleitung schöne Sportergebnisse an den Regions- und Landeswettbewerben.

1938 organisierte Péter H. Fekete in der Schule Weiterbildungskurse, um seine Schüler mit größerem Erfolg weiterstudieren zu können. Er strebte danach, das Unterrichtswesen der Schule nach den modernsten Grundsätzen zu formulieren. Er führte zahlreiche Neuerungen ein, er errichtete ein „Kinozimmer“, besorgte Anschauungsmittel zum Lernen, wie zum Beispiel eine numismatische Sammlung, deren Basis er der Schule aus seiner eigenen Sammlung schenkte.

Er setzte seine Schulungs-und Aufklärungsarbeit von seiner Ankunft in 1924 an auch außer der Schule fort. Ab 1927, als er zum Ausschussmitglied des Vereins für Allgemeinbildung gewählt wurde, hielt und organisierte er in der Winterzeit zahlreiche populärwissenschaftliche Vorlesung im Verein.

Als der Direktor der örtlichen Reformierten Mädchenschule spielte er von 1924 an auch im Kirchenleben von Hajdúböszörmény eine bedeutende Rolle. Er war nicht nur das Mitglied, sondern auch der Notar und Kurator des Direktionsrates der Schule bis zu seiner Pensionierung. 1935 gab die örtliche reformierte Kirchengemeinde auf sein Betreiben die Zeitung Bocskay Népe, deren Schriftleiter und verantwortlicher Redakteur Péter H. Fekete wurde.

Auf seinen Vorschlag nahm die Bürgerliche Mädchenschule den Namen des Bischofs Dezső Baltazár von Hajdúböszörmény auf.

Bei alldem nahm er begeistert an dem schäumenden Zivilleben von Hajdúböszörmény in der Zwischenkriegszeit teil. Von 1927 bis 1937 editierte und zum Teil schrieb er die Lokalzeitung Hajdúböszörmény és Vidéke, und wurde er auch Mitglied und Leiter in mehreren Zivilvereinen: wie zum Beispiel im Handwerker-Leseverein Gábor Fazekas oder im Schachverein von Hajdúböszörmény. Der Sängerverein „Törekvés“ wurde durch seine Auftritte landesweit berühmt. Wegen seiner riesengroßen Arbeitsfähigkeit, seines Tätigkeitsdrangs und seines Engagements für die Heimat wurde er Mitglied vieler solchen Vereine, wie zum Beispiel: das Bürgerlichen Schützenverein, das Bürgerliche Kasino, das Rote-Kreuz-Verein, das Freiwillige Feuerwehr- und Rettungsverein von Hajdúböszörmény.

Er betrieb noch 1924 bei dem Stadtvorstand das Errichten einer ortsgeschichtlichen Sammlung. Es beschloss die Generalversammlung der Stadt noch in diesem Jahr. Péter H. Fekete begann begeistert die Materialien für das Stadtmuseum zu sammeln, und er erreichte beim Stadtvorstand, dass die Stadt dem Museum in 1928 einen ständigen Ausstellungsort (in dem ehemaligen Zentralgebäude des Heiduckenbezirks) und ein Jahresbudget bewilligte. Er war mit kleineren Pausen bis zum 30. April 1957 der Museumsdirektor. Schon am Anfang setzte er sich zum Ziel, dass das Stadtmuseum nicht nur die kulturellen Werte von Hajdúböszörmény, sondern auch die Werte der ganzen Region von Hajdúság bewahrt. Er hielt sich an diesen Grundsätzen in der ganzen Zeit seiner Direktion. Er war ein begeisterter Revisionist. Einer seiner bekanntesten Schriften ist die Zusammenstellung der Straßennamen von Hajdúböszörmény aus 1929. Die Zusammenstellung der Straßennamen wurde ihm als Mitglied eines Verwaltungskomitees aufgetragen. Seine Arbeit ließ bis heute die Spuren in Hajdúböszörmény.

Infolge seiner Tätigkeit im öffentlichen Leben von Hajdúböszörmény wurde er auch zum Ausschussmitglied der örtlichen Generalversammlung, er nahm deswegen in der Arbeit des Komitees für Armutswesen. Von 1939 an war er der Vorsitzende des Volksbildungskomitees. Er hatte eine entscheidende Rolle beim Errichten der Heiduckenwoche in 1937, in deren Organisation und Verwirklichung er einen Löwenanteil hatte.

Péter H. Fekete war nicht nur ein begeisterter Patriot, sondern auch ein reformierter Lehrer tiefen christlichen Glaubens. Als Pädagoge war er Mitglied aber auch Leiter der Vereine mit landesweiter Bedeutung. Er war auch der Vorsitzende der Bürgerliche Schullehrerkreis von Tiszavidék (Theißgegend). Er wurde auch 1928 der Vorsitzende der Bürgerlichen Schulabteilung des Reformierten Landesvereins der Schullehrer. Ab 1931 war er Vorstandsmitglied des Landesvereins der Bürgerlichen Schullehrer, später wurde er auch der stellvertretende Vorsitzende dieses Vereins.

Da er ein konservativer, reformierter, christlicher Lehrer war, und als Direktor einer bürgerlichen Schule große Berufserfahrung hatte, wurde ihm die Zusammenstellung des Jahresberichts und der Schulenordnung der bürgerlichen Schulen aufgefordert. Er editierte auch das Schulinspektionsbuch der Reformierten Bürgerlichen Schulen, und auch das Schulinspektionsbuch und das Schuljahresbericht. Er hielt in den Jahresversammlungen des Reformierten Landesvereins der Schullehrer mehrere Vorträge über die Schulungsreformen und die einzuführenden neuen Methoden. Der Verein hielt 1929 auf den Vorschlag von Péter H. Fekete die Jahresversammlung in Hajdúböszörmény.

Bei der Ungarischen Reformierte Kirche hatte er vor allem auf dem Gebiet des Unterrichts große Verdienste, und als Anerkennung war er über zehn Jahre lang der Mitglied der Kommission für Schulwesen der Reformierten Diözese, dadurch war er der Mitglied der Reformierten Diözese von Alsószabolcs-Hajdúvidék. Ab 1937 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war er der Fachreferent der Kommission des Schulwesens der bürgerlichen Schulen der Reformierten Kirche in Ungarn. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, im Jahre 1939 wurde er Mitglied der Vorbereitungs- und Wirtschaftskommission des Konsistoriums der Reformierten Diözese von Alsószabolcs-Hajdúvidék.

1929 wandte er sich an die Politik, 1930 war er der stellvertretende Vorsitzende der Partei der Christen, der Kleinlandwirten, der Landarbeiter und des Bürgertums, 1936 der zweite Vorsitzende der von Gyula Gömbös geleiteten Nationalen Einheitspartei, und auch der Abteilungsleiter für Kultur dieser Partei. Als die Partei ihren Name an die Partei des Ungarischen Lebens änderte, wurde er der Mitvorsitzende der Organisation von Hajdúböszörmény.

Die Tätigkeit der Partei kennzeichnen die Namen führender Politkern, wie László Bárdossy, Miklós Kállay, Pál Teleki, was Péter H. Fekete in seiner Glaube unterstützte, dass das selbstständigen, nationalen Ungarn für die Sünden von Trianon eine Genugtuung gefordert werden soll und die Grenze um jeden Preis – egal, ob mit internationaler Hilfe oder alleine – wiederhergestellt werden muss. Deswegen sollen alle ehrenhaften ungarischen Menschen nach ihrem besten Willen arbeiten, dass unsere Nation hinaufsteigen kann und für die Beleidigung an unserer Nation eine Genugtuung genommen werden kann. Diesen Grundsatz hielt er sowohl als Pädagoge, als auch als Politiker vor Auge, und er pochte immer diesen Grundsatz.

Er widmete seine Freizeit verschiedenen Hobbys, in denen er schöne Erfolge aufweisen konnte. Als Numismatiker wurde er mit jungen Jahren zum Mitglied der Ungarischen Numismatischen Gesellschaft, seit 1926 war er Mitglied der Ungarischen Ethnographischen Gesellschaft und auch der Ungarischen Sprachwissenschaftlichen Gesellschaft, seine Schriften wurden regelmäßig in den Zeitschriften Ethnographia und Magyar Nyelvőr veröffentlicht. Zehn Jahre lang war er der freie Mitarbeiter des Museums für Ungarische und Königliche Heeresgeschichte.

Ungarn kam als Verlierer aus dem Zweiten Weltkrieg heraus, die kommunistische Machtordung nach 1948 schrieb der politischen Elite der Zwischenkriegszeit die Schuld dafür. Das aktive Auftreten von Péter H. Fekete in den 30er Jahren wurde von hier an als Sünde auf das virtuelle Kerbholz geschrieben, diese Tatsache milderte auch nicht, das Péter H. Fekete aus einem Charakter ergebend von seinen Prinzipien nicht abgehen konnte. Obwohl er 1943 als Direktor der Bürgerlichen Mädchenschule zur Rente gegangen war, leitete er das Stadtmuseum fernerhin. In der politischen Rákosi-Ära wurde er zu einer unerwünschten Person erklärt, deshalb wurde er ab ersten Januar 1951 aus der Leitung des Museums entfernt.

Die wissenschaftliche Arbeit setzte er fort, seine Schriften wurden in den Landesperiodika veröffentlicht, auch zu dieser Zeit machte er die Freilegung der Kirche in Vid aus dem Mittelalter, worüber er auch einen Artikel schrieb. Diese Schrift  – vielleicht aus politischen Gründen – ließ man in den wissenschaftlichen Periodika nicht erscheinen. Sein Artikel über die Ausgrabungen in Vid wurde erst in 1959 in Archeológiai Értesítő (das Archäologische Nachrichtenblatt in Ungarn) veröffentlicht. Als Abschluss seiner wissenschaftlichen Laufbahn wurde sein letztes Werk in 1960 in Hajdúböszörmény zum traurigen Jubiläum der Verheerung von Seidi-Ahmed Pascha mit dem Titel „Die Verwüstung von Hajdúszoboszló und die Region Hajdúság in 1660“ veröffentlicht.

Seine gesellschaftliche und wissenschaftliche Vereinsamung machte ihn immer verschlossener und enttäuschter. Nach dem Niederschlag des Volksaufstandes in 1956 wurde er 1957 zum Museumsdirektor zurückberufen, er konnte aber sein Amt nur bis zum 16. Februar 1960 erfüllen. Er wurde diesmal endgültig entfernt.

Wegen dieser neuerlichen Entfernung aus dem Amt verlor er schon seine Standhaftigkeit. 1963 zog er aus Hajdúböszörmény enttäuscht weg. Zuerst ging er nach Nagykőrös zu seinen entfernten Verwandten, aber er verbrachte seine letzten Jahre in Cegléd in fremder Umgebung, und dort starb er am 28-ten April 1966. Im Zusammenhang seines Todes legte er alles so akkurat zurecht, wie er alle anderen Sachen in seinem Leben machte. Er schrieb nicht nur sein Testament, sondern auch seine Todesanzeige, und die Stelle des Datums ließ er frei. Seinem Testament gemäß wurde sein Leichnam am ersten Mai 1966 in Hajdúböszörmény, in dem Östlichen Friedhof unter den vorher angefertigten Grabstein für ewige Ruhe gesetzt.

 

 

János Kopócs

Historiker