BEMALTE SÄRGE

Die bunt bemalten Särge mit Blumenmuster waren von der Mitte des 19. Jahrhunderts an landesmäßig bekannt. Die Särge wurden in Tischlereien angefertigt, wo auch Möbel bemalt wurden, die Tischler verwendeten die zeitgenössische Technike und Motiven. In den beduetenderen Werkstätten, wo auch Möbel bemalt wurden – wie in Komárom, Hódmezővásárhely, Kalotaszeg –, wurden auch Särge bunt bemalt, aber davon blieben kaum eineige aufbewahrt. In dem westlichen Friedhof in Hajdúböszörmény sind infolge der günstigen Bodenverhältnisse und der besonderen Bestattungsweise (am Ende des Grabes wird eine Grube gegraben, wo der ganze Sarg reinpasst, und wird mit einer Tür aus Tanne geschlossen) am Ende der 1960er Jahre zahlreiche bemalte Särge in ausgezeichnetem Zustand zum Vorschein gekommen. Die bemalten Särge von Hajdúböszörmény wurden zwischen 1850-1880 angefertigt, ein wesentlicher Teil davon ist wahrscheinlich die Arbeit von Zsuzsanna Csiha, die eine Möbelbemalerin war. In die bemalten Särge wurden Kinder oder Jungen, Mädchen gelegt. Im Trauerhaus wurde der Spiegel mit einem schwarzen Tuch bedeckt, bzw. die Wanduhr ließ man stehen. Neben den bemalten Särgen und geschnitzten Grabhölzern kann man noch in der Seitenvitrine Traueranzeige aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts sehen, was schon den Bürgergeschmack vorstellt.