WIRTSCHAFT

DIE GEMARKUNG VON HAJDÚBÖSZÖRMÉNY

Hajdúböszörmény ist eine typische „Gartenstadt”. Die inneren Grundstücke, die ein regelmäßiges Strassennetz bildeten, wurden mit als Garten dienenden Gutshöfen und mit inneren Weidegründen für Haustiere umgeben. Außer diesen lagen die Erbhöfe (Äcker, Wiesen), dann die weit ausgebreiteten äußere Weiden, die ehemaligen Pußtas, die Schauplätze der Viehhaltung. Diese weit verbreitete Feldmark bildete sich im 17-18. Jahrhundert heraus, teils aus den Heiduckenprivileg-Erbhöfen (das Gebiet des mittelalterlichen Böszörmény und die Pußta Pród) und teils aus den sog. Ödland-Pfandbesitze (Vid, Zelemér, Szentgyörgy). Bis 1778 wurde die Feldmark im Feldgemeinschaftssystem angebaut. Zwischen 1778-1783 wurde das Bodennutzungsrecht nach den einzelnen Grundstücken festgestellt, und die Allmende (Wälder, Weiden) wurden abgegrenzt, und sie blieben im Gemeineeigentum. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Felder nach dem Grundstück in bürgerlichem Sinne zu Privateigentum. Damals wurden noch die verschiedenen Teile der Feldmark mit Flurzwang angebaut. Die erste Verkoppelung fand zwischen 1881-89 statt, was ermöglichte, dass sich die Rahmen der Einzelbauernhofwirtschaften und die modernen Kleinbauerwirtschaften herausbildeten. Das bedeutende Teil der Allmende wurden unter den Besitzern aufgeteilt, aber ebenso wie bei den anderen Heiduckenstädten blieben bis zum Mitte des 20. Jahrhunderts die Weiden der Pußta und die gemeinen Wälder erhalten.

BAUERNHOF-SYSTEM

In der Feldmark von Hajdúböszörmény dienten die Bauernhöfe im 18. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Unterkunft der Tiere, und diese Bauernhöfe bildeten sich vor allem am Rande der Weiden heraus. Später entstanden mehrere Bauernhöfe an der Grenzmarkung der Ackerländer und Weiden, zu dieser Zeit ist auch die Landwirtschaft um die Bauernhöfe charakteristisch. Bei der Herausbildung des Bauernhof-Systems bedeutet die Verkoppelung eine entscheidende Wende, danach bildeten sich von der Größe und Lage der Bauernwirtschaften abhängend mehrere Typen der Bauernhöfe heraus. Das Grundstück in der Stadt und der Bauernhof in der Feldmark standen am Anfang in enger Beziehung zueinander, also wer in der Stadt ein Grundstück oder ein Haus hatte, konnte nur der einen Bauernhof haben. Später bei der Entfaltung des Bauernhof-Systems trennte sich der Bauernhof teilweise oder ganz von dem Grundstück in der Stadt

BÄUERLICHE VIEHHALTUNG

Im Laufe des 19. Jahrhunderts gestaltete sich in dem Heiducken-Marktflecken die Struktur der Viehhaltung parallel mit der Verbreitung der Futtergewächse um, also neben der Beweidung in der Pußta wurde die Viehhaltung im Stall charakteristisch. Die Viehhalter-Bauern strebten sich nicht mehr nach dem Nutzen aus dem Zuwachs, sondern sie wollten auch den Zugtier- und Masttierbestand, und die Milchproduktion sichern. Außerdem gab die Eigenheit der bäuerlichen Viehhaltung in Hajdúböszörmény, dass in der Viehhaltung bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche traditionelle Züge der Beweidung aufbewahrt wurden. Lange Zeit lebten binnen einer Wirtschaft die extensiven und die intensiven Bewirtschaftsformen nebeneinander. In der Vitrine ist neben den alltäglichen Werkzeugen der Viehhaltung auch ein schöner Pferdeschmuck zu sehen.

DIE BÖSZÖRMÉNYER GLOCKE

Im Kreis der Viehhalter-Bauern und Hirten der Theißgegend waren die Böszörményer Glocken aus dem Glockengießwerksatt in Hajdúböszörmény hochgeschätzt. Die älteste Glocke mit Jahreszahl stammt aus 1816. Der letzte Meister, Imre Tisza Nagy arbeitete bis zu den Jahren von 1940 in Hajdúböszörmény. In den etwa 150 Jahren hatten die Böszörményer Glocken ihre den kirchlichen Glocken ähnliche Form, und ihre linienfeine Grundmotive mit Granatapfel-Verzierung. Die Hirten aus der Gegend von Hajdúböszörmény hatten ihre gehüteten Herde mit miteinander abgestimmten Glocken (Glockengarnitur) ausgestattet, die Bauernwirte hatten an die Pferdeschmucke Böszörményer Glocken gehängt.

GETREIDEANBAU

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam in der Bauernwirtschaft der Ackerbau in Vordergrund. Zu dieser Zeit wurde auch in Hajdúböszörmény schon zwei Drittel des bearbeiteten Ackers mit Getreide besät. Die Ernte mit Sichel war noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekannt, was später die Ernte mit Sense völlig in Hintergrund gedrängt hatte. Die Sense, Sensestein, Dengelhammer waren die unentbehrlichen Mittel der Ernte, und sie waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in allen Bauerwirtschaften in Hajdúböszörmény zu finden. Bis zum Erscheinen der Dreschmaschine (die Jahren von 1890) war das Dreschen die dominante Getreidegewinnungsform. Das Getreide wurde wegen Feuergefahr nicht in die Stadt geliefert, sondern sie wurden in dem Lager in der Feldmark geschobert, und hier fand auch das Dreschen statt.

IMKEREI

Die bearbeitete Feldmark von Hajdúböszörmény sicherte eine ausgezeichnete Bienenwiese für die örtlichen Bienenwirte, die ihre Bienenhäuser in den Weingarten und auf den Bauernhöfen aufstellten. Bis zum Wende des 19. und des 20. Jahrhunderts züchtete man die Bienen nach uralten Methoden, man verwendete gleichzeitig rationelle und abergläubische Verfahren, man hielt die Bienen in Bienenkörben und in Bienenhäusern. Das Basismaterial der Bienenkörbe sind Lehm-Weidengerte und Stroh. In der Ausstellung ist ein Bienenkorb zu sehen, der einer menschlichen Gestalt ähnelt. Der Bienenzucht in Kleinbienenstock begann in den Jahren von 1900 zu verbreiten. 1912 wurde der Bienenzüchtverein gegründet, der eine bedeutende Rolle bekam: die modernen Bienenzuchtkenntnisse, und Verfahren populär zu machen. In der Zwischenkriegzeit erreichten die Bienenzüchter in Hajdúböszörmény bedeutende Ergebnisse in der „Wanderbienenzucht” mit großen Bienenstöcken.

WEINBAU

Der Weinbau ist ein häufiger Ergänzungszweig der Bauernwirtschaften in der Region Hajdúság. Die Traditionen des Weinbaus in Hajdúböszörmény reichen bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts zurück. Die Weingärten bildeten sich auf dem Sandboden heraus, wo man keine Ackerarbeit machen konnte. Nach dem Epidemie-Phyloxera mussten Weine im 19. Jahrhundert neu angepflanzt werden und die Sandboden-Weinbaukultur hatte danach einen Aufschwung. Parallel damit wurden in den Weingärten zahlreiche Wohnhäuser gebaut, obwohl die Ansässigkeit in dem Weingarten bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts durch städtische Verordnungen verboten war. Die Weingärten fielen unter andere Verwaltungsbehandlungen, als die anderen Grundbesitztümer, ihre Gelegenheit erledigte am Anfang die Körperschaft der Gartenbesitzer, aber später am Ende des 19. Jahrhunderts entstand die sog. „Weingegendsbehörde” (eine Körperschaft mit Selbstverwaltungsrecht für die Weinbesitzer), die nach landesmäßig vereinheitlichen Prinzipien arbeitete. Die Entwicklungsstufe der Weinbaukultur zeigt den Formenreichtum der verschiedenen Messer und Schere zum Weinbau.